Bildungscampus Süd Heilbronn

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  • Jahr: seit 2025
  • Kategorie: Quartiersentwicklung
  • Nutzung: Business, Büro, Sonstige Nutzung, Bildung, Wohnen
  • Konstruktion: Holzhybrid, Massiv
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    Leistungen
    Wettbewerbsbeitrag

    Standort
    Bildungscampus Süd
    Heilbronn

    Bruttogeschossfläche
    ca. 80.000 m²

    Auftraggeber
    Stadt Heilbronn

    In Zusammenarbeit mit
    arealM Landschaftsarchitektur

Für das zentral in der Heilbronner Innenstadt gelegene Areal soll im Rahmen des Wettbewerbs eine städtebauliche und architektonische Neuordnung entwickelt werden, die den Bildungscampus, die Innenstadt und die Stadtgesellschaft enger miteinander verknüpft. Damit verfolgt die Stadt Heilbronn das Ziel, ihre Rolle als Wissensstadt zu stärken. Durch qualitätsvolle Architektur und begrünte Stadträume soll ein nachhaltiger Mehrwert für die Innenstadt entstehen.

In unserem Entwurf haben wir den Campus neu gedacht und verschiedene Bereiche miteinander verbunden. Der sogenannte Loop, eine in den Baumwipfeln schwebende Gangway, führt alle bislang verstreuten Campusbereiche zusammen. Natur- und Stadtraum werden eins. Der neu entstehende Campus bildet einen Knotenpunkt zwischen dem Hochschuldistrikt und der historisch gewachsenen Heilbronner Altstadt. Das Neckarufer wird als Stadtstrand in die Neugestaltung des Grünraums integriert und ist somit Teil des neuen Campus-Parks.

Grünstruktur und Freiräume

Die bestehenden Grünflächen werden erhalten und entlang der Flusspromenade erweitert, wodurch kontinuierliche natürliche Korridore für Erholung und ökologische Vielfalt entstehen. Eine Baumreihe entlang der Mannheimer Straße fungiert als grüne Pufferzone, die die Hauptstraße vom Campus trennt und so Lärm und Emissionen minimiert.

Innerhalb des Campus dienen bepflanzte Grünflächen als Ruhezonen und informelle Treffpunkte, während die Freiflächen vor den Studentenwohnheimen sowohl als visuelle Barriere zu den internen Straßen als auch als entspannende Außenbereiche für die Bewohner gestaltet sind.

Erschließung

Der Campus ist fußläufig und mit dem Fahrrad erschießbar. Es findet kein PKW-Verkehr auf. Der Lieferverkehr erfolgt von der Mannheimerstraße aus und wird im nördlichen Campusbereich vorgesehen. Die Zuwegung zum Parken erfolgt ähnlich der bisherigen Situation von der Mannheimerstraße aus im Kreuzungsbereich der Gleisanlagen. Die Zuwegung zum Boardinghaus erfolgt vom zentralen Bereich des Bollwersksturmes und bildet mit dem angrenzenden Hotel nutzungsspezifische Synergien.

„Loop“ als Verbindungselement

Der „Loop“wird über eine Treppen- und Aufzugsanlagen barrierefrei erschlossen. Der „Loop“ kann zu Fuß, sowie mit dem Fahrrad genutzt werden. Der städtebauliche Entwurf bezieht die Verbindung zum Experimenta-Gebäude mit ein. Die schmale und wenig einladende Brücke wird durch eine neue Landschaftsbrücke ersetzt. Das Landschaftskonzept wird zum städtebaulich bedeutsamen Experimenta-Gebäude hin fortgeführt. Auch hier zählt der Gedanke der Vernetzung und der Verbindung aller umgebenden Bereiche. Das Wasserkraftwerk wird in den Entwurf eingewoben.

Nutzungen

Im Planungsgebiet A wird das Rollschuhstadion durch das Schwimmbad ersetzt. Der Fußabdruck des bestehenden Gebäudes wird weiter genutzt. Der Baumbestand wird in den Entwurf des Gebäudes miteinbezogen. Die Fassade, sowie das Vordach passt sich an die Gegebenheiten an und folgt der Form des schützenswerten Baumbestandes.

Im Planungsgebiet C findet studentisches, sowie privates Wohnen statt. Ergänzt wird das Nutzungsangebot durch Handel und öffentliche Nutzungen (z.B. Cafe). Das Wohnen ist kleinteilig ausgerichtet, weist jedoch auch familiengerechtes Wohnen nach. Parken erfolgt unterirdisch in einer Tiefagarage.

Nachhaltigkeit

Primäres Ziel ist, das Areal weitestgehend zu entsiegeln. Die Gebäude minimieren ihren Fußabdruck durch die Vereinzelung der Baukörper. Anfal-lendes Regenwasser kann innerhalb der Restflächen versickern. Zudem werden Dachflächen aktiviert und als Retentionsflächen ausgebildet. Sie nehmen zusätzlich Regenwasser auf und werden verzögert an das Entwässerunssystems abgegeben. Dachflächen bieten zudem eine erweiterte Möglichkeit die Biodiversität innerhalb des gesamten Gebietes zu fördern.

Ein weiterer Aspekt ist der Verzicht auf tiefgreifende Maßnahmen im Erdbereich. Der Bedarf an Technik- und Lagerflächen wird auf maximal ein Kellergeschoss reduziert. Die Einwirkungen in den Bodenbereich werden somit minimiert. Insbesondere im Bereich des Pfühlbaches wird baulich nicht eingegriffen, sondern maßvoll um den Bach herum gebaut in Form von Pfahlkonstruktionen.

Die Gebäude selbst können nach mit nachwachsenden Rohstoffen oder recyclefähigen Materialien erstellt werden, wie z.B. Holz-Hybrid-Konstruktionen. Bauweisen sind jedoch in einer weiterführenden Planung zu bestimmen.